Podcast: Genuss oder Disziplin?

Im Hintergrund werkeln Barbara, Muriel und ich weiter an neuen Kapiteln für unseren Audible-Podcast „Erzähl mir alles: Psychologie“. Weil sich viele von Euch für die Studien hinter unseren Geschichten erzählen, hau ich mal wieder ein paar Links raus, diesmal zu Kapitel drei unseres Dreiteilers über das gute Leben: Genuss oder Disziplin?
Im ersten Teil sprechen wir über die segensreichen Wirkungen der Selbstkontrolle. Wer sich in der Kindheit bereits zusammenreißen kann, hat bessere Karten für den ganzen Rest seines Lebens. Ich weiß, dass vielen diese Einsicht nicht behagt. Ich halte sie aber für relativ gut gesichert. Eine der größten Studien dazu – wir erwähnen sie im Podcast – arbeitet mit ziemlich guten Langzeitdaten aus Neuseeland.
Dass uns etwa in der Hälfte unserer wachen Zeit irgendwelche Versuchungen locken, wissen wir aus einer Studie aus den Zehnerjahren.
Überhaupt haben wir in der Recherche zur Selbstdisziplin eine Menge durch die Arbeiten des Psychologen Wilhelm Hofmann gelernt. Er hat ein interessantes Buch dazu geschrieben, das sich, wenn ich das richtig sehe, eher an ein interessiertes Fachpublikum richtet. Es heißt The Psychology of Desire.
Hofmann fragt sich nicht „wie werde ich disziplinierter?“, sondern „wie widerstehe ich der Versuchung?“. Dafür gibt es natürlich eine ganze Reihe und auch ganze Klassen von Strategien. Welche funktionieren dabei am besten? Auch das besprechen wir in unserem Podcast. Das folgende Paper aus dem Jahr 2024 – auch wieder von Wilhelm Hofmann – hat uns dabei sehr geholfen.
Wenn die Selbstdisziplin wie ein Pinguin in den Meeren der Antarktis schwimmt, dann wohnt unsere Genussfähigkeit wie der Weihnachtsmann am Nordpol. Die Psychologie hat lange Zeit nicht an ihn geglaubt. Zwei Psychologinnen haben das vor einigen Jahren geändert und die Genussfähigkeit in den Blick der Forschung genommen. Ich bin nur durch Zufall darüber gestolpert, weil ich 2024 auf den DGPs-Kongress nach Wien gefahren bin. Dort habe ich die Vorträge von Daniela Becker und Katharina Bernecker gehört und fand das alles sehr inspirierend. Das vermutlich wichtigste Paper der beiden findet Ihr hier – es ist ein super Einstieg, falls Ihr dazu z.B. Eure Bachelor-Arbeit schreiben wollt.
Wenn Ihr wissen wollt, wie hoch Eure Genussfähigkeit ist: Unter diesem Link geht’s zum wissenschaftlichen Test. Probiert es aus. Der Test ist anonym und Ihr unterstützt damit die Forschung von Katharina Bernecker und Daniela Becker.
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