Podcast: Macht Geld glücklich?

Unser Podcast „Erzähl mir alles: Psychologie“ schlägt sich wacker in den ersten Tagen. Die Audible-Charts listen uns in der Rubik „Gesundheit & Wellness“. Dort standen wir am Morgen auf Platz 5 – zwischen Stefanie Stahl und Giulia Enders. Danke an alle, die schon reingehört und uns weiterempfohlen haben. 🙂
Im zweiten Kapitel unseres Dreiteilers über das gute Leben reden Muriel, Barbara und ich über die Frage, ob Geld eigentlich glücklich macht und wie man mehr davon zurücklegen kann.
Wir sprechen unter anderem über eine Studie des großen Ed Diener. Er hat vor mehr als 40 Jahren – noch ohne Email und Internet – ganz viele Superreiche kontaktiert und sie gebeten, ihm ein paar Fragen zu beantworten. Viele von ihnen haben tatsächlich zurückgeschrieben. Was tut man nicht alles für die Forschung? Dabei kam heraus: Wer sehr viel Geld hat, ist im Durchschnitt tatsächlich etwas glücklicher als die meisten Menschen aus der Gruppe der Normalsterblichen. Ist das die beste Studie zum Thema Geld und Glück? Natürlich nicht! Aber es handelt sich um einen Klassiker mit ner echten Geschichte dahinter. Mein Fazit aus vielen Untersuchungen zum Thema: Geld alleine macht nicht glücklich. Aber mehr Geld ist tendenziell besser als weniger Geld. Langweilig – aber vermutlich wahr.
Irgendwann reden wir in der Folge auch über die britische Forschung zum Thema „money attitudes“. Einen relative guten Einstieg in das Thema findet Ihr hier, wenn Euch die Sache interessiert oder Ihr eine Hausarbeit darüber schreiben wollt.
Interessant fand ich auch die Sache mit dem Ellsberg-Paradox. Ein Paper aus dem Jahr 2009 hat sich darüber beklagt, dass der Mechanismus dahinter uns dazu verführt, unser Geld auf dem Giro-Konto versauern zu lassen, statt es vernünftig anzulegen. Ist mir auch schon passiert. Ganz sicher hat das alles auch kulturelle Ursachen. Im Keller meiner Eltern hängt noch immer eine Collage alter Geldscheine aus den Zeiten der Hyperinflation. Und ich sag mal so: Wenn man als Kind fast täglich mit dem Anblick von 20-Milliarden-Mark-Scheinen konfrontiert ist, kann einem das schonmal den Glauben an die Haltbarkeit des Geldes rauben.
Wirklich der Hammer war für mich in der Vorbereitung die Forschung zum Thema „financial literacy“. Die Miterfinderin Olivia Mitchell hat mir vor einiger Zeit mal ein paar Interviewfragen per Email beantwortet. Sie war sehr hilfsbereit dabei. In diesem Paper von 2023 kriegt man einen ganz guten Einblick in ihre Arbeit.
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